Babesiose


Zur Einführung in das Thema und zur Verdeutlichung der Krankheitsfolgen zunächst die Geschichte von Joey und Aischa.


Zum Überträger, der (noch) nicht flächendeckend in Deutschland verbreiteten Zeckenart Dermacentor und den Schwierigkeiten, schnell an ein in Deutschland nicht erhältliches Medikament zu gelangen, lesen Sie bitte den Mithilfeaufruf von von Dr. rer. nat. Torsten Naucke.


Etwas einfacher gehaltene Krankheitsbeschreibung. Eine wissenschaftliche Abhandlung folgt weiter unten: 

Babesiose (Zeckenfieber)

Bei der Babesiose handelt es sich um einen Blutparasiten, der die roten Blutkörperchen befällt. Die durch diesen Parasiten verursachte Erkrankung zeichnet sich durch eine fortscheitende Blutarmut aus.

Die infizierten Tiere beherbergen die Babesien und leben ohne klinische Symptome bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Schwächung des Abwehrsystems auftritt und damit der Ausbruch der Krankheit eingeleitet wird.
Das chronisch verlaufende Krankheitsbild des "Zeckenfiebers" wird nur bei einem geringen Anteil der infizierten Tiere beobachtet, der größte Teil der Hunde entwickelt eine unvollständige Immunität gegenüber den Babesien, so daß die Infektion ohne klinische Symptome verläuft, bis durch eine Streßsituation ein Einbruch der Abwehr auftritt und die Krankheit ausgelöst wird.

Die Sporozoiten (Vorstufen) der Babesien schlummern in den Speicheldrüsen der Zecke. Durch Blutaufnahme reifen sie innerhalb von 36 bis 48 Stunden heran. ( danach wird der Speichel infektiös.) Die akute Phase verläuft 1 bis 2 Tage nach Kontakt mit dem Vektor oft unauffällig, ab dem 4. Tag kommt es zu milden klinischen Symptomen, an die sich ab dem 10. Tag deutliche Anzeichen anschließen wie eine durch Zerstörung der roten Blutkörperchen verursachte Anämie (Blutarmut), Fieber, Lethagie (Antriebsarmut), Anorexie (Appetitlosigkeit) und die Erhöhung der ausgeschiedenen Gallensalze im Urin, was zu einer dunkelgelben bis rotbraunen Färbung des ausgeschiedenen Harns führt.

Das lymphatische Gewebe ist deutlich reaktiv mit geschwollener Milz und vergrößerten Lymphknoten. Die Babesiose wird häufig von einer Ehrlichiose begleitet !

Blutausstrich: Babesien sind in den roten Blutzellen sichtbar.

Überwiegend wurde der Erreger in Ländern nachgewiesen, in denen ein tropisches bis subtropisches Klima vorherrscht. Durch die Reiselust der Menschen und die zunehmende Erleichterung der Überwindung großer Strecken unter Mitnahme unserer Haustiere ist die Einfuhr des Erregers nach Deutschland bereits erfolgt.

Der Überträger, auch Vektor genannt, ist die braune Hundezecke (Rhipicephalus), die auch in unseren Breiten heimisch ist und somit ein Reservoir für die Erreger bildet.


 

Babesiose: die kleine Schwester der Malaria

entnommen: Priv. Doz. Dr. D. Hassler, http://www.dieterhassler.de

ein Auszug aus dem Buch: Brennpunkt Infektiologie, ZETT-Verlag, Steinen

 

Geschichte

Babesiose in Europa

Übertragung der Babesiose

Klinik der Babesiose

Was sind Babesien?

 

Babesia microti

Ixodes dammini

Menschen, Nager

USA

B. divergens

Ixodes ricinus

Menschen

Europa)

B. bigemina

Boophilus-Zecken

Kühe (Texas cattle fever)

weltweit

B. bovis

Boophilus-Zecken

Kühe

weltweit

B. major

 

Haemaphysalis

 

Kühe

 

Europa, Nordafrika

B. equi

 

Hyalomma, Rhipicephalus

Pferde,

vereinzelt Menschen

weltweit

 

B. caballi

dito

Pferde

weltweit

B. trautmanni

unbekannt

Schweine

Südeuropa

B. ovis

Rhipicephalus

Schafe, Steinböcke etc.

Europa, Afrika

B. canis

 

Rhipicephalus, Dermacentor

Hunde

 

Europa, Afrika

Amerika

B. gibsoni

Rhipicephalus

Hunde

Asien

B. felis

unbekannt

Katzen

Afrika, Asien

B. benneti

 

Vögel

 

Tabelle: ausgewählte Babesienarten und ihre Überträger

 

Babesiose bei Tieren

Diagnostik

Therapie

 andere Piroplasmen


www.bernerportal.de