Alle Jahre wieder - die Plage mit den Holzböcken (Zecken). Daher zur
rechten Zeit eine fachliche Analyse der Gegenmittel von einem
Leishmaniose-Spezialisten und Parasitologen, sowie ein Ratgeber, wie man Zecken
entfernt. Es gibt ein relativ neues, offensichtlich schonendes, aber gegen
Zecken wirkungsvolles Mittel, getestet in Zeckenparadiesen. Dort grassiert auch
die Leishmaniose, die auch für Menschen gefährlich werden kann. Die ersten Fälle
sind in Süddeutschland entdeckt.
Entdeckt wurde der Erreger vom britischen Tropenarzt Sir William Boog Leishman
1900 in Indien. Der Hund soll in Endemiegebieten das wichtigste
Erreger-Reservoir für die menschliche Leishmaniose sein, die derzeit in Mittel-
und Nordafrika, Magadaskar und Brasilien und in Südeuropa, Mittelfrankreich und
Westschweiz vorkommt.
Die Infektion wird im europäisch-mediterranen Raum vom Erreger Leishmania
infantum ausgelöst. Derzeit sind etwa 12 Millionen Menschen in 80 Ländern auf
allen Kontinenten (mit Ausnahme von Australien) mit Leishmanien infiziert; jährlich
kommen etwa 1,5 bis 2 Millionen Neuerkrankungen hinzu. Der Deutschland nächstgelegene
aktive Leishmaniose-Focus ist die Umgebung um Paris
Übertragen wird die Leishmaniose durch stechende Sandmücken. Die Leishmanien
vermehren sich im Mückendarm, wandern in den Vorderdarm der Mücke zurück und
werden beim Stechen in die Haut des Hundes (oder Menschen) ausgeworfen. Hier
werden sie von den Monozyten (grösste weisse Blutzellen) aufgenommen und
vermehren sich. Von der Haut gelangen sie über den Blutweg in die inneren
Organe.
Es ist ausschliesslich möglich, dass die Leishmaniose durch den Stich von Sandmücken
übertragen wird. Eine direkte Übertragung durch Wundsekret ist theoretisch möglich
- aber nicht nachgewiesen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Leishmaniose-infizierte
Hunde, die offene Hautlesionen zeigen Kleinkindern (jünger als fünf Jahre) als
Spielgenosse zugänglich zu machen. Eine direkte Übertragung durch
Blutkonserven hingegen ist bekannt.
Die Krankheits-Symptome bei Hunden können plötzlich oder allmählich
auftreten. Meist wird Abmagerung trotz Fresslust und normaler Verdauung
festgestellt. Es kommt zu starkem Muskelschwund und Milzvergrösserung. Am auffälligsten
sind die Hautsymptome: Haarkleid wird dünn, glanzlos, rau, stellenweise zu
Kahlheit, die Haut schuppt
sich. Die Krallen werden häufig spröde und wachsen länger als normal.
Der akute Verlauf endet zwischen zwei und fünf Monaten tödlich. Spontane
Heilungen sind selten. Der chronische Verlauf kann sich über Jahre hinziehen
(Inkubationszeit unbekannt, bis zu vier Jahre bei Hunden; beim Menschen sind bis
zu 30 Jahre bekannt).
Informationen:
Verein "Parasitus Ex" unter http://www.parasitus.com
Info-Seiten "Leishmaniose" unter http://www.leishmaniose.de
Erfahrungs-Austausch zwischen Leishmaniose-betroffenen Tierbesitzern, Tierärzten
und anderen interessierten Personen in der Internet-Diskussionsgruppe "Leishmaniose"
unter
http://de.groups.yahoo.com/group/Leishmaniose
Artikel entnommen aus : www.hundezeitung.de
Von Dr. Torsten J. Naucke (Parasitologe und Entomologe)
Das Protectorband Scalibor: In Spanien (dort bereits seit 1999 im Handel)
wissen Tierärzte häufig dennoch nicht um die Existenz dieses Halsbandes -
offensichtlich scheint es dort zu wenig Pharmavertreter zu geben. In Portugal
gibt es Pharmavertreter, die Scalibor dort auch vermarkten, aber über die
Wirkung gegen Sandmücken zu wenig wissen,
bzw. sich auf Nachfrage nach wie vor bedeckt halten. In Deutschland kennt fast
nur derjenige Scalibor, dem ich es empfohlen oder mitgebracht habe (mit Einschränkung
in diesem Kreis). In Frankreich hingegen kennt praktisch jeder Tierarzt und
Apotheker Scalibor, dieses bereits seit 1997.
Die karge Informationspolitik über die Wirkungsweise dieses Hundehalsbandes führte
zum Teil in Deutschland soweit, dass Leute, die Scalibor ihren Hunden während
eines Mittelmeerurlaubes angelegt, und danach wieder entfernt hatten, völlig
verunsichert waren. So erhielt ich die Resonanz, was denn Scalibor für ein
Teufelszeug sei, weil auch Wochen nach dem Ablegen dieses Hundehalsbandes sich
immer noch keine Zecke an den Hunden befand - ganz im Gegenteil zu den
Nachbarshunden, welche wohl "voller Zecken" waren.
Das grosse Band (65 cm) enthält 1 g, das kleine Band (48 cm) 0,760g
Deltamethrin. Angewendet wird Scalibor bei Hunden gegen Zecken, Flöhe und Sandmücken.
Es schützt gegen Zecken und Sandmücken sechs Monate, gegen Flöhe vier Monate.
Es soll nicht angewendet werden bei Hunden unter sieben Wochen, auch nicht bei
trächtigen Hündinnen, weil hierzu bislang keine Studien gelaufen sind.
Scalibor kann jedoch bei säugenden Hündinnen angewendet werden. Auf eine
Anwendung soll auch verzichtet werden, wenn der Hund Hautläsionen (infolge
einer Leishmaniose) im Halsbereich aufweist. Wie bei Halsbändern üblich, darf
das Halsband nicht in Kinderhände gelangen.
Wirkstoffe
Deltamethrin ist ein hochgradig lipophiles (fettlösliches) synthetisches
Pyrethroid. Deltamethrin wird in Malaria-endemischen Gebieten seit mehr als 15
Jahren zum Imprägnieren von Moskitobettnetzen verwendet. Der chinesische
Wissenschaftler Shao stellte zur gleichen Zeit eine gute Wirksamkeit von
Deltamethrin auch gegen Sandmücken fest. Weltweit zeigte Deltamethrin Ende der
80er Jahre hervorragende Ergebnisse bei der Bekämpfung von Sandmücken, bereits
bei einer äusserst geringen Konzentration von 25 mg/m2, so beispielsweise in
China, in Brasilien und Bolivien. Seit Anfang der 90er Jahre werden Hunde in
China in Deltamethrin-Lösungen (25 mg Deltamethrin pro Hund) gebadet, um diese
- imprägniert - vor Sandmückenstichen zu schützen. Es wurde festgestellt,
dass ein einmalig in 25 mg Deltamethrin gebadeter Hund 70 Tage lang Sandmücken
"tötet". Nebenwirkungen wurden beim Hund nicht beobachtet.
Der Wirkstoff Deltamethrin (DTM) liegt im Scalibor gekoppelt an das
Bindemittel Triphenyl-Phosphat (TPP), also als DTM-TPP Komplex vor. Das gesamte
Halsband ist mit diesem DTM-TPP Komplex gesättigt. Daher befindet sich auf der
Oberfläche dieses Halsbandes auch kein 'Pulver', wie häufig bei anderen Halsbändern
zu beobachten ist, welche nur oberflächlich imprägniert sind.
Aus der Sättigung des gesamten Halsbandes mit dem DTM-TPP Komplex resultiert
eine gleichmässige Abgabe des Komplexes nach aussen. Deltamethrin koppelt sich
dann aussen von dem Komplex ab, und breitet sich wegen seines hochgradig
lipophilen Charakters im Lipidfilm, also im Fettfilm auf der Haut des Hundes
aus. Diese Technik, den Wirkstoff ausschliesslich auf der Haut des Hundes zur
Wirkung kommen zu lassen, unterscheidet sich praktisch von allen anderen Halsbändern,
bei denen der Wirkstoff durch reine Verdunstung freigesetzt wird.
Bei solchen Halsbändern geht der grösste Teil des Wirkstoffes verloren, es
bleibt nur ein unkontrollierbarer Teil für den Schutz des Hundes übrig. Durch
diese Technologie des Halsbandes Scalibor erhält der Hund die gesamte, verfügbare
Menge Deltamethrin Tag für Tag. Es werden ca. 0,3 mg Deltamethrin pro cm
Halsband und Tag an den
Lipidfilm der Haut abgegeben.
Nach Erkenntnissen aus Frankreich hält Scalibor die antiparasitische Wirkung
gegen Sandmücken und Zecken sogar acht Monate aufrecht. Die zuverlässige
Wirkungsweise wurde bei Haus- (Hüte-) Hunden auch in Italien und dem Iran bestätigt.
Scalibor kombiniert verschiedene Effekte in seiner Wirkung: den Repellent-, den
Knock-Down-, den Letalen -, und den Antifeeding-Effekt, was die Insekten (Flöhe,
Sandmücken) oder Spinnentiere (Zecken, Milben) angeht. Weitere Ausführungen zu
den Effekten erspare ich mir weitgehend, stelle aber fest, dass der Begriff
Antifeeding-Effekt speziell aufgrund der Eigenschaft von Scalibor geprägt
wurde, dass eben ein Blutsaugen von Sandmücken verhindert wird.
Wie dieser Antifeeding-Effekt zustande kommt, ist derzeit nicht völlig geklärt,
denn die Sandmücken werden nicht beim ersten Anfliegen des Hundes getötet.
Vielmehr laufen die angeflogenen Sandmücken orientierungslos auf dem Hund
herum, verlassen ihn bald wieder, und stechen daher nicht. Vermutlich wird der
Orientierungssinn der Sandmücken derartig gestört, dass es nicht zum
Blutsaugen kommt. Die Sandmücken selbst sterben dann nach 15 bis 120 Minuten.
Deltamethrin ist ein sehr sicheres, nicht-systemisch wirkendes antiparasitisches
synthetisches Pyrethroid, bei dem praktisch keine Resorption (Aufnahme) durch
die Haut stattfindet. Auch mit den derzeit feinsten Nachweismethoden ist
Deltamethrin während des Tragens des Scalibor im Blut nicht nachweisbar (die
Nachweisgrenze liegt derzeit bei 5 ng/ml). Eine orale Dosis von 300 mg/kg ist
nicht tödlich für Hunde, das heisst, selbst das Verschlucken des gesamten
Halsbandes nicht - im Gegensatz zu vielen anderen Halsbändern.
Scalibor ist wasser-resistent, klar, denn Deltamethrin ist fettlöslich und löst
sich somit nicht in Wasser. Ihr Hund kann also ruhig im Meer baden gehen, und
auch danach geduscht werden - ohne dass die Wirkungsweise beeinträchtigt wird.
Auf keinen Fall darf ihr Hund shampooniert werden, denn mit der Seife waschen
Sie den Lipidfilm herunter, indem sich der Wirkstoff von Scalibor befindet.
Wie bereits oben erwähnt, gibt das Halsband (pro cm) ca. 0,3mg Deltamethrin pro
Tag auf den Lipidfilm auf die Haut ihres Hundes ab. Da die Fette auf unserer
Haut (und auch der Hunde) recht träge sind, benötigt es einige Tage (mitunter
bis zu zwei Wochen), bis sich das Deltamethrin über den gesamten Hundekörper
verbreitet hat.
Daher ist es unbedingt notwendig, dass Scalibor zum Schutz gegen Sandmücken
(Zecken, Flöhe) bereits zwei Wochen vor dem Mittelmeerurlaub angelegt wird.
Somit erklärt sich auch die Eingangs geschilderte Beobachtung, dass die Wirkung
von Scalibor auch über Wochen noch andauert, selbst wenn das Halsband bereits
entfernt wurde.
Die äußerst träge Abgabe von 0,3 mg Deltamethrin (pro cm Halsband und Tag)
erlaubt völlig bedenkenlos jegliches Spielen ihrer Kinder mit dem
Scalibor-tragenden Hund.
Andere Schutzmittel
In verschiedensten Variationen wird häufig das synthetische Pyrethroid Permethrin
bei Hunden angewendet. Häufig handelt es sich hierbei um Lösungen oder
Suspensionen, die in den Nacken geträufelt werden (EXspot, Spot on). Der
Vorteil einer "Spot on"-Applikation liegt darin, dass die
antiparasitische Wirkung praktisch sofort einsetzt. Es ist jedoch zu bedenken,
dass der Hund die Gesamtdosis auf ein Mal erhält. Eine "Spot on"-
Prozedur muss im allgemeinen monatlich wiederholt werden.
Hier ist die Gesamtbelastung für den Hund gegebenenfalls. zu überprüfen,
beziehungsweise die Wirkungsweise zu beachten. Das Permethrin in der dem EXspot
"Spot on" zugrundeliegenden Formulierung verteilt sich in den oberen
Hautschichten, wird dort langsam abgebaut, und hält somit seine Wirkungsweise
über einen Monat aufrecht.
Deltamethrin wird in China dem Permethrin vorgezogen, weil Permethrin in doppelt
so hoher Konzentration angewendet werden muss. Gegenerwachsene Zecken ist sogar
eine zehnfach höhere Dosis an Permethrin nötig. Weiterhin wird Permethrin zum
Imprägnieren von Uniformen beim Militär benutzt, auch zum Imprägnieren von
Moskitobettnetzen, mit einer Konzentration von 500 mg/m2.
Es macht vielleicht Sinn, das Permethrin, wegen seiner weltweiten Anwendung dem
Menschen als Schutz vor Parasiten vorzubehalten, denn - die ersten Probleme
ergeben sich bereits in Indien, denn dort bilden Sandmücken erste Resistenzen
gegen Permethrin.
Ein weiteres Hundehalsband auf dem deutschen Markt (Kiltix) ist mit 2,25
Prozent (1,013 g) des synthetischen Pyrethroides Flumethrin imprägniert.
Neben Flumethrin enthält dieses Halsband (45 g für grosse Hunde) zehn Prozent
(4,5 g) Propoxur (ein Carbamat).
Die Wirkung dieses Halsbandes gegen Zecken und Flöhe ist sehr gut, hält etwa
sechs Monate an, jedoch ist dieses Halsband nicht gegen stechende Insekten, zum
Beispiel Sandmücken, getestet. Relativ unklar ist, welchen Anteil an der
antiparasitären Wirkung dieses Pyrethroid hat. Dass es auch ohne dieses
Pyrethroid geht, zeigt Bolfo, welches
als Wirkstoff ausschliesslich Propoxur (4,23 g Propoxur pro 45 g
Halsband) enthält.
Da Bolfo gegen Zecken nur eine Wirkungsdauer von drei Monaten aufweist, scheint
wohl Flumethrin beim Kiltix als "Wirkstoffverlängerer" zu fungieren.
Propoxur ist wasserlöslich.
Das Pyrethroid Cyhalothrin zeigt eine hervorragende Wirkung gegen
stechende Insekten, wenn Moskitonetze mit einer Konzentration von 3 mg/m2
(Vergleich: Permethrin 500 mg/m2, Deltamethrin 25 mg/m2) damit imprägniert
werden. Die toxikologischen Daten aller Pyrethroide sind weitgehend miteinander
vergleichbar. Vielleicht ist ein Cyhalothrin-imprägniertes Hundehalsband das
der nächsten Generation, um die Insektizidbelastung für den Hund nochmals um
den Faktor 10 zu reduzieren.
Mit dem homöopathischen Mittel Ledum D 200 kann man Entzündungen an der Bissstelle vorbeugen. Wie bei allen Arzneimitteln gilt aber auch in der Homöopathie, dass man diese nicht ohne ärztlichen oder heilpraktischen Rat verabreicht! Denn alle Mittel haben nicht nur Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen.
Von Redaktion hundezeitung (www.hundezeitung.de)
Früher glaubte man, Parfüm oder andere ätherische Öle würden Zecken besser
lösen. Irrtum! Sie graben sich nur noch schneller und tiefer ein. Die Methode,
mit dem vorsichtigen Finger die Zecken so lange und schnell im Kreis zu drehen,
bis sie schwindelig werden und ihr Gebiss lockern, ist auch falsch: sie können
sich auch dann verbeissen.
Neuester Stand der "Zecken-Entfernungs-Forschung": So gezielt gerade
nach oben herausziehen, dass sie sich nicht verbeissen können, denn die Zecken
saugen nicht sofort Blut. Die Beisswerkzeuge dürfen nicht in der Haut stecken
bleiben!
Für weniger Geschickte ist eine Zeckenzange geeignet, mit der die Zecke am Kopf
(und nicht am Hinterteil, damit sie erst richtig ausgedrückt wird!) gepackt und
herausgezogen wird.
Scharfe Pinzetten zwicken nur den Kopf der Zecke ab. Leider werden oft Zangen
angeboten, die Zecken dank ihrer breiten Backen besonders fest fassen. Da
staunte ein Tierarzt nicht schlecht, als er in einem Tierversandkatalog blätterte:
"Permanent ist man darum bemüht, den Körper der Zecken beim Entfernen möglichst
wenig zu berühren/drücken, um nicht den mit den Krankheitserregern gefüllten
Magen-Darm-Kanal-Inhalt in den Wirt (Mensch, Tier) zu drücken, und diese
Schlaumeier bringen eine Zange auf den Markt, die die Zecke garantiert ausdrückt."
Die Zeckenbefallzeit ist örtlich sehr verschieden. Zeckenzeit ist vom April bis
November. Normalerweise. Ich entfernte die letzte Zecke der Saison 2001 bei
meinem Rüden am 8. November, danach erst wurde es kalt.
Ätherische Öle auf Teebaumöl-Basis oder reiner Teebaumöl-Extrakt halten -
wenn überhaupt - nur wenig Zecken fern, sind nur vermeintlich schonender, denn
es reizt. Vor allem der Citrusduft im Teebaumöl stört viele Hunde erheblich.
Es soll nie als Konzentrat gegeben werden, für Katzen kann Teebaumöl sehr schädlich
sein. Teebaumöl ist für manche Fachleute nur die "eso-ätherische"
Neufassung des früheren vermeintlichen Allheilmittels Ballistol und
Neo-Ballistol. Dies war und ist besser ein Waffenschmierstoff.