Spondylose

gefunden bei: Sabine und Kai Fuhrmann, http://www.c-a-i.de/neufundlaender



Spondylose wird als eine degenerative, sich langsam entwickelnde Wirbelsäulenerkrankung definiert. Charakteristisch ist die Bildung von Osteophyten. Diese führen zur Versteifung der Wirbelsäule durch knöcherne Fixierung der Wirbel. Durch die Degeneration der Bandscheiben reiben sich Wirbel aneinander. Hierdurch wird die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und Schmerzen bei Bewegungen verursacht. Hauptsächlich wird Spondylose bei älteren Hunden bemerkt.

Varianten

Es gibt sehr viele Bezeichnungen, die verschiedene Varianten dieser Erkrankung beschreiben und Synonyme einer Erkrankung darstellen.
Das sind Spondylose, Spondylosis deformans, Spondylitis deformans, Spondylarthritis, Spondylarthrosis deformans, Spondylarthritis ancylopoetica, Spinal osteoarthritis und andere.

Unter Spondylosis deformans wird ein altersbedingter, degenerativer Prozess verstanden, Spondylitis deformans hat rheumatische Aspekte.

Die Diskospondylitis ist eine weitere Differentialdiagnose zur Spondylosis deformans, bei der es zur bakteriell bedingten Wirbelkörperlysis kommt.

Ursachen

Als Ursache für die Entstehung der Spondylose werden die Zucht von unnatürlichen Körperbauformen, Umwelteinflüsse und Traumata (grundsätzlich Mikrotrauma = Verletzungen) genannt.
Die Vererbung soll eine große Rolle spielen. Dabei kann die Ursache nie als monokausal gesehen werden. Denn Spondylose wurde auch bei wilden Tieren beobachtet, die absolut natürliche Körperbauformen haben. Und trotz gleicher Umwelteinflüsse, Zucht und Mikrotrauma kommt Spondylose bei bestimmten Hunderassen so gut wie kaum vor.

Diagnose

Die Diagnose kann mit folgenden Mitteln gestellt werden:

Schweregrad der Erkrankung

Spondylose wird je nach Stärke der Verknöcherung der Wirbelsäule
in 5 Grade eingeteilt. (von Grad 0 = Spondylosefrei bis Grad 4 = Schwerste Spondylose)

Symptomatik

Spondylose kann ohne sichtbare Symptome verlaufen. Wichtig ist die röntgenologische Diagnose. Symptome von Spondylose können kommen und für eine bestimmte Zeit (nach eine medikamentöse Behandlung und / oder günstigen Bedingungen) wieder verschwinden.

Symptome sind Versteifungen und Schmerzen im Rücken, die zu Schwierigkeiten beim Hinsetzen, Hinlegen und Aufstehen, beim Treppensteigen - bzw. runterlaufen, beim Springen und Toben, beim Kotabsatz, bei Rüden beim Beinheben führen. Schmerzen im Rücken auch ohne einen "Auslöser" wie oben beschrieben. Lahmheiten. Veränderung des Ganges, Humpeln. Schwache Hinterbeine, Zittern in den Hinterbeinen, Instabilität im Stehen, Umfallen des Tieres. Falsche Stellung einer oder beider Hinterpfoten. Heben der Hinterpfote im Stehen und / oder beim Laufen, Inkontinenz. Atrophie der Muskel. Aggressionen und / oder Depressionen.

Therapie

Angewendet werden: Analgetika und nicht-steroidale Antiphlogistika (nicht auf Dauer!), Aspirin in analgetischen Dosierungen (Nur in bestimmten Fällen, auf die vom Tierarzt angegebene Dosierung achten! Bitte kein Aspirin ohne tierärztliche Verschreibung geben!). Entzündungshemmende Wirkstoffe, Cortisonpräparate (Nicht auf Dauer!), Homöopathie (Hat sich bei der Spondylose sehr gut bewährt, nur von einem in der Homöopathie bewanderten Tierarzt behandeln lassen!)

Chirurgische Methoden werden in der Literatur nur am Rande erwähnt.

Vorsichtsmassnahmen

Wenn Ihr Hund an Spondylose erkrankt ist, müssen Sie die absolute Kontrolle über seinen Bewegungsablauf übernehmen. Das kann schon helfen, akute Schübe der Erkrankung zu vermeiden. Der Hund neigt dazu, leichte Beschwerden zu ignorieren. Er spielt weiter, als wäre mit seinem Rücken alles in Ordnung. Und erst wenn es ganz schlimm wird, verändert er sein Verhalten. Oft ist es dann zu spät. Vermeiden Sie alle Situationen, bei denen der Rücken des Hundes stark beansprucht wird. Wenn Sie einen erkrankten Hund haben und über einen Umzug nachdenken, berücksichtigen Sie, dass Treppensteigen nicht das beste für den Hund ist. Erdgeschoss (eventuell noch 1.Stock) oder ein Fahrstuhl im Haus wären schon eine Erleichterung für den Hund.
Die Ernährung muss so angepasst werden, dass es NIE einen zu harten Kot gibt. Überfütterung ist zu vermeiden. Das Gewicht des Hundes muss ständig unter Kontrolle sein. Auch Treppen steigen sollte vermieden oder zumindest so weit wie möglich eingeschränkt werden.

Beim Spielen mit anderen Hunden ist große Vorsicht geboten! Es gibt Hunde, die gerne ihre Macht demonstrieren oder auch nur so spielen, indem sie auf dem anderen Hund - unabhängig vom Geschlecht- reiten. Diese deckaktartige Bewegung kann für einen an Spondylose erkrankten Hund fatale Folgen haben.

Bewegung braucht aber auch ein an Spondylose erkrankter Hund. In der Zeit, wo er starke Schmerzen hat, muss man Bewegungen sehr einschränken und den Hund medikamentös behandeln (Nur vom Tierarzt!). Wenn der akute Schub aber vorbei ist, ist gegen gewöhnliches Spaziergehen nichts zu sagen.
Die natürlichste und einfachste Art, sich fortzubewegen, ist für den Hund der langsame Trab. Der Rücken wird dabei auch am wenigsten beansprucht, da die Kräfte und das Gewicht des Hundes gleichmäßig verteilt werden. Je nach Größe und Alter des Hundes sind das zwischen 6 und 12 km/h. Ermöglichen Sie Ihrem Hund, so zu laufen. (Natürlich ohne Zwang!)

Zucht

Spondylose ist eine degenerative Erkrankung, die sich langsam entwickelt. Es wird vermutet, dass Spondylose vererbbar ist. 

Anmerkung aus der Humanmedizin

Die schulmedizinische Therapie kann den Prozess der Verknöcherung der Wirbelsäule nicht beeinflussen. In akuten Stadien der Erkrankung muss aber die Behandlung schnell begonnen werden. In manchen Fällen muss die Therapie über Monate erfolgen. Richtig eingesetzte Medikamente sowie Vorsichtsmassnahmen sollen dem an Spondylose erkrankten Hund Schmerzen lindern und ihm helfen, den akuten Schub der Erkrankung zu überstehen. Den Humanmedizinern ist bekannt, dass Verknöcherungen der Wirbelsäule bei Menschen manchmal zum Stillstand kommen. Bei Hunden ist das ebenfalls nicht auszuschließen.

Spondylopathy Cervical

Cervicale Spondylose (Wobbler-Syndrom) ist hauptsächlich bei großen Züchtungen zu finden - speziell bei Dobermännern oder dänischen Doggen. Das herausragendste Anzeichen ist eine fortschreitende Koordinationsschwäche der hinteren Gliedmaßen. Die vorderen Extremitäten sind normalerweise überhaupt nicht, oder wenn dann nur sehr minimal betroffen. Die ersten Anzeichen tauchen frühestens im Alter von drei Monaten, spätestens mit vier bis fünf Jahren auf. In Fällen, wo die Krankheit sehr plötzlich erscheint, äußert sie sich dort durch eine Schwächung oder auch eine Lähmung aller vier Beine. Eine andere Form des Syndroms schließt die Osteochodrose mit ein, die sich durch Verrenken (benachbarter) Wirbel äußert (Subluxation), sowie durch eine Deformation der Wirbel und der Verbindungsknorpel. Die anfälligsten Wirbel sind die letzten drei Halswirbel, C5, C6 und C7. Es ist möglich, daß ein Hund mehr als eine Deformierung aufweist. Die Ursache des Wobbler-Syndroms ist bislang nicht bekannt. Jedenfalls wird mehreren Faktoren die Schuld gegeben. Die verbreitetste Meinung besagt, dass es vor allem an einem zu großen Kopf liegt, sowie einem zu langen Hals und zu schnellem Wuchs. Möglicherweise liegt es auch an deiner Form der Überernährung, d.h. zuviel Protein, die zu einer Veränderung des Skeletts führen können, oder das Wobbler-Syndrom zumindest beschleunigen. Diagnostiziert werden kann Spondylose, sobald die ersten Anzeichen bemerkt werden letztendlich nur durch Röntgen. Wiederholte Aufnahmen sind wichtig, sowie die richtige Position des Hundes für die Aufnahme. Eine Standardaufnahme (Seitenansicht) sollte kombiniert werden mit speziellen Bildern der Halswirbel um eventuelle anatomische Anomalien feststellen zu können. Es sollte auch Myelographie (Röntgenbild des Wirbelkanals) herangezogen werden, um den Unterschied zwischen normalen und deformierten Wirbeln deutlich zu erkennen. Behandelt werden kann die Spondylose durch Entlastung der spinalen Bänder und der Stabilisation sämtlicher instabiler Wirbel. In akuten Fällen, d.h. wenn der Hund Lähmungserscheinungen an allen vier Gliedmaßen aufweist, müssen Methoden, wie die Behandlung mit Minnitol oder Steroiden oder auch chirurgische Eingriffe zur Stabilisierung der Bänder im Bereich der Wirbelsäule sehr früh vorgenommen werden, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. In der Fachliteratur existieren verschiedene Beschreibungen über chirurgische Eingriffe zur Stabilisation der Halswirbel. Allerdings erfordert diese Operation einen Chirurgen mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten. Eine erfolgreiche Behandlung dieses Zustandes hängt von mehreren Faktoren ab - einschließlich der Geschicklichkeit des Chirurgen. Hunde, die von jener Krankheit befallen sind, sollten jedenfalls nicht zur Zucht verwendet werden, bevor über die möglichen Erbfolgen nichts Näheres bekannt ist.


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