
| Nr. 1 | Calcium fluoratum | Nr. 7 | Magnesium phosphoricum |
| Nr. 2 | Calcium phosphoricum | Nr. 8 | Natrium chloratum (muriaticum) |
| Nr. 3 | Ferrum phosphoricum | Nr. 9 | Natrium phosphoricum |
| Nr. 4 | Kalium chloratum | Nr. 10 | Natrium sulphuricum |
| Nr. 5 | Kalium phosphoricum | Nr. 11 | Silicea |
| Nr. 6 | Kalium sulphuricum | Nr. 12 | Calcium sulphuricum |
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Dr. Heinrich Wilhelm Schüssler kam 1821 in Bad Zwischenahn zur Welt, begann mit 32 Jahren (1853) ohne Abitur das Medizinstudium in Paris, wechselte dann später an die Universität nach Berlin und promovierte schließlich in Gießen.
In Oldenburg
eröffnete er dann eine Praxis als Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. Schon bald
galt sein besonderes Interesse der Homöopathie, mit der er fast 20 Jahre lang
seine Patienten behandelte. Kein Wunder, dass auch der Weg zu seinem
Heilverfahren und die Herstellung seiner Heilsalze von den grundlegenden
Gedanken des Entdeckers der Homöopathie, des Meißener Arztes Dr. Samuel
Hahnemann (1755-1843), geprägt war.
1898 starb Schüssler.
Zu Lebzeiten Schüsslers gab es an die 1000 homöopathische Arzneimittel. Schüssler fand heraus, welche Mineralsalze in jedem Körper in den unterschiedlichen Geweben und Organen vorherrschen (Z. B. befindet sich im Muskelgewebe überwiegend Kaliumphosphat und Magnesiumphosphat.) und reduzierte die Homöopathie auf die
12 biochemischen Funktionsmittel = Schüssler-Salze.
Für Schüssler war es nun ein leichtes, diese Erkenntnis umzusetzen: War z. B. die Muskulatur erkrankt, wurde dem Organismus Kalium- und Magnesiumphosphat zugeführt.
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Folgendes ist bei allen homöopathischen Arzneimitteln, so auch bei den Schüssler-Salzen zu beachten:
Die Wirkung der Mittel wird bei zusätzlicher Gabe von Kampfer und/oder Menthol mit großer Wahrscheinlichkeit zunichte gemacht, deshalb sollte man keine Präparate oder Lebensmittel mit diesen Inhaltsstoffen geben.
Muss man die Schüssler-Salze auflösen, bitte NIE mit Metall in das Glas gehen um umzurühren. Nur Plastiklöffel oder Holzspatel sind erlaubt!
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Um es vorweg zu sagen: Mit Schüssler-Salzen wird dem Körper nicht der notwendige Bedarf an Mineralstoffen zugeführt. Vielmehr helfen die Salze dem Körper im Krankheitsfall, Mineralstoffe wie Magnesium, Phosphat oder Kalzium wieder dorthin gelangen zu lassen, wo er sie braucht.
Beispiel:
Schmerzhafte Krämpfe an der Darm-Muskulatur treten auch bei Patienten auf, die
eine ausgewogene Ernährung zu sich nehmen. Warum also Krämpfe? Warum ist
nicht genug Magnesium in der Muskulatur, wo es die Entkrampfung bewirken könnte?
Schüssler nannte dieses Phänomen eine
"Molekülverteilungs-Störung". Das bedeutet, dass die winzigen Magnesiumteilchen
(Magnesium-Ionen) im Organismus nicht dort sind, wo sie gerade benötigt werden.
Anders ausgedrückt:
Das richtige Salz ist nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Genau hierbei hilft das
Schüssler-Salz - im Beispiel: Magnesium phosphoricum. Es behebt die gestörte
Verteilung der Ionen, so dass die Magnesiumteilchen wieder in jede einzelne
Muskelzelle gelangen und den Krampf lösen können.

Natürlich sollten die nachfolgenden Salze in Absprache mit Ihrem Tierarzt verabreicht werden!
Calcium fluoratum ist
das Erste der Schüssler-Salze. Früher stellte man es aus Flussspat her, der
ausschließlich in Großbritannien, Mexiko und den USA vorkommt. Inzwischen kann
man den Wirkstoff auch chemisch erzeugen. Das grauweiße Pulver hat weder einen
eigenen Geschmack noch Geruch, allerdings leuchtet es, wenn man es erhitzt. Die
Zubereitung erfolgt durch eine Vermischung mit Milchzucker und einer
anschließenden Verreibung.
Der Körper braucht dieses
Salz...
für den Aufbau von Knochen, Sehnen, Bändern, Zähnen und Nägeln bzw. Krallen, wo es für Festigkeit und Härte sorgt. Deshalb schützt es auch vor Karies.
Calcium fluoratum kommt bei folgenden Indikationen zum Einsatz:
Knochen- und Zahnanomalien
Knochen- und Zahnerkrankungen
krankhafte Veränderungen an der Wirbelsäule
verhärtetes Bindegewebe
verhärtete Drüsen
Unterstützung von Tumorbehandlungen
Calcium fluoratum-Salbe hilft bei:
Analekzemen
Verhärtung der Brustdrüsen nach Entzündungen
Hautrissen und Schrunden
Hautpilz
Calcium phosphoricum kommt in der Natur in dem Mineral Apatit vor, das überwiegend in Nordafrika abgebaut wird. Da Calciumhydrogenphosphat der Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen ist, kann das Salz in diesem Bereich am besten seine heilsame Wirkung entfalten.
Der Körper braucht dieses Salz...
für den Knochenaufbau (Mineralisation)
beim Wachstum
nach Knochenbrüchen, damit die Bruch-Enden schneller zusammenwachsen
für den Aufbau der Zähne
für die Muskelbewegungen
für die Neubildung der Zellen
Das Schüssler-Salz wird gerne auch in Verbindung mit Calcium fluoratum (Nr. 1) angewendet und kommt bei folgenden Problemen in Betracht:
Knochen- und Zahnprobleme
nervöse Störungen
Juckreiz
oberflächige Entzündungen
eitrige Entzündungen
Schwäche
Rekonvaleszenz
Calcium phosphoricum-Salbe hilft bei:
Juckreiz
Ekzemen mit weißlich-gelben Krusten
Bläschenausschlag mit wasserhellem Inhalt
Rückenschmerzen (unterstützend) und Knochenbrüchen
Dieses Schüssler-Salz wird aus Eisenphosphat gewonnen und soll laut Dr. Schüssler die Wände der Blutgefäße stärken. Auch die Durchblutung könne bei akuten Entzündungen, Blutungen und Blutandrang deutlich verbessert werden.
Eisen hilft dem Körper, Sauerstoff ins Blut aufzunehmen, da es die Bindung der Sauerstoffmoleküle an die roten Blutkörperchen ermöglicht. Je mehr Sauerstoff in die Zellen gelangt, desto mehr Nährstoffe können verbrannt werden.
Ferrum phosphoricum ist lt. Schüssler ein hoch wirksames Präparat, das er gerne bei diesen gesundheitlichen Störungen anwendete:
Eisenmangelanämie
Infektionsanfälligkeit
frische Wunden
Verletzungen und Blutungen
Lebensschwäche
erkrankte Jungtiere
Katarrhe der Schleimhäute mit Absonderungen
hilfreich bei der Ausscheidung von Giftstoffen (Toxinen)
unterstützend bei Durchfall und Magenschleimhautentzündungen
Ferrum phosphoricum-Salbe hilft bei:
Wunden, Schnittverletzungen, Quetschungen, Verstauchungen
harmlosen Insektenstichen
entzündlichen Hautausschlägen mit leichtem Fieber
Die Salbe ist das erste Mittel bei Knochenbrüchen, da sie bei Verletzungen der Weichteile hilft, dann folgt Salbe Nr. 2 (Calc. phos.)

Kaliumchlorid wird aus dem Mineral Sylvin gewonnen, das überwiegend in Deutschland und Nordamerika vorkommt.
Es reguliert im Körper...
die Ausscheidung von Wasser, sorgt für das Funktionieren der Muskeln und Nerven, unterstützt und beeinflusst den Zucker- und den Eiweißstoffwechsel. Es wirkt steuernd auf Herzrhythmus-, Magen- und Darmtätigkeit. Überdies reguliert es den Kalium-Haushalt im Körper.
Vielseitig und wohltuend ist dieses Salz, das mit Milchzucker verrieben für folgende Störungen empfohlen wird:
Katarrhe verschiedener Organe (z. B. Drüsen)
Katarrhe der Schleimhäute mit grau-weißlichem Ausfluss
Impfreaktionen
Verbrennungen
lokale Pilzerkrankungen
Kalium chloratum-Salbe hilft bei:
Entzündungen der Gelenke und Schleimbeutel (wenn bereits chronisch und Ferrum phos.-Salbe versagt)
Wunden mit weißlich-grauer Verfärbung der Wundfläche
Hautausschlägen, die nach Impfungen auftreten
An Kalium phosphoricum werden viele Anforderungen gestellt: Es soll einen ruhigen, gleichmäßigen Herzschlag gewährleisten, Energien in den Körperzellen speichern und Nervenimpulse weiterzuleiten. Ist die Verteilung der Kalium- und Phosphat-Ionen im Körper gestört, kommt es zu Muskel- und Nervenschwäche, Muskelschmerzen oder gar Muskellähmungen. Da dieses wertvolle Mineral in vielen Lebensmitteln vorkommt, ist Kaliummangel allgemein recht selten zu beobachten. Kalium phosphoricum gilt als Energiespender und Kräftelieferant und wird bei folgenden Indikationen eingesetzt:
Infektionskrankheiten
Erschöpfungszustände
Nervosität und Schlaflosigkeit
Herz- und Muskelschwäche
Entzündungen
Bakterien- oder Virusbefall
Kaliumsulfat wird chemisch hergestellt und gerne als Bestandteil von Düngemitteln oder zur Glasherstellung verwendet. Mit Milchzucker verrieben kann es aber auch der Gesundheit unserer Tiere dienen. Besonders bei hartnäckigen Erkrankungen entfaltet dieses Schüssler-Salz seine wohltuende Wirkung und fördert die Ausscheidungsvorgänge über die Haut. Eingesetzt wird es bei:
chronischen Entzündungen mit eitrigen Absonderungen
rheumatischen Gelenk- und Muskelschmerzen
Vergiftungen
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Körpereigenes Magnesium wird mengenmäßig nur vom Kalium übertroffen. Es ist für das Gleichgewicht des Mineralienhaushaltes verantwortlich. Zu wenig Magnesium kann neuralgische Schmerzen verursachen. Magnesium phosphoricum, das ganz nebenbei auch als "homöopathisches Aspirin" bezeichnet wird, gilt als eines der wichtigsten Krampfmittel der glatten Eingeweide-Muskulatur. Außerdem hilft es bei:
Koliken
Neuralgien
Migräne
In akuten Fällen (z. B. Koliken oder Krämpfe) sollte Magnesium phos. in möglichst heißem Wasser aufgelöst (verrühren bitte nur mit Holzspatel oder Plastiklöffel!!!) und portionsweise in kurzen Zeitabständen verabreicht werden.
Aus diesem Grunde erhielt dieses Salz den Beinamen: "Die heiße Sieben" (Schüssler-Salz Nr. 7)
Kochsalz ist der Hauptbestandteil dieses Mittels. In der Natur kommt Natrium chlor. als Halit, Steinsalz oder im Meerwasser vor. Da akuter Salzmangel Erschöpfungszustände und Muskelkrämpfe verursachen kann, gehören diese Beschwerden zum Einsatzbereich dieses Schüssler-Salzes. Ein Überschuss an Salz kann hingegen zu Bluthochdruck und Herzerkrankungen führen. Es gilt also, den goldenen Mittelweg zu finden. Als wässriges Mittel reguliert Natrium chlor. den Wasserhaushalt des Körpers. Es ist für Ausschwitzungen aller Art verantwortlich und soll sogar bei übermäßigem Tränen- und Speichelfluss eine Rolle spielen. Angewendet wird es bei:
nässenden Ekzemen
Abmagerung
Appetitlosigkeit
Nervenschwäche
Natriumphosphat entsteht in chemischer Herstellung. Früher setzte man diese Verbindung gerne gegen Würmer ein. Dieses Schüssler-Salz, das in kristalliner Form mit Milchzucker verrieben wird, soll den Säurehaushalt im Körper regulieren. Eingesetzt wird es bei:
Neigung zur harnsauren Diathese
Gallen- und Nierengries
Gallen-, Nieren- und Blasensteine
rheumatischen Erkrankungen
Natriumsulfat wird auch als Glaubersalz bezeichnet. Es kommt in mineralhaltigen Salzseen vor, wird aber meistens chemisch hergestellt. Gleichzeitig ist es das wichtigste Salz aller berühmten Heilquellen (Karlsbad etc.). Die Förderung der Entwässerung und die Entlastung des Stoffwechsels obliegt diesem Schüssler-Salz. Ferner wird es bei folgenden Indikationen eingesetzt:
nässende Hautausschläge
Hautpilze
Ödeme, die durch Nieren- oder Leberinsuffizienz verursacht werden
rheumatische Erkrankungen
Kieselsäure ist nichts anderes als eine Verbindung des Elements Silizium, das zu großem Maße in der Erdkruste enthalten ist und auch in Pflanzenstrukturen nachgewiesen werden kann. Es dient der Festigung der Zähne, Haare und Nägel und ist ein Bestandteil des Bindegewebes. Silicea härtet Knochen, formt Knorpel und festigt das Bindegewebe. Man setzt es ein bei:
Drüsenentzündungen (auch chronische Verlaufsform)
Verhärtungen im Bereich der Drüsen
Narben
akuten und
chronischen Entzündungen mit Eiter und Neigung zur Fistelbildung
Calciumsulfat ist eigentlich nichts anderes als Gips. Es kommt reichlich in heißen Quellen und Lehmschichten vor und wird angewendet bei:
erlahmtem Stoffwechsel
alte eitrige Prozesse (Abszesse, Furunkeln etc.) zu erweichen und die Resorption voranzutreiben
Die Schüssler-Salze werden in Tablettenform, üblicherweise in der Potenz D 6 angeboten. Ausnahmen stellen die Salze Calcium fluoratum (Nr. 1), Ferrum phosphoricum (Nr. 3) und Silicea (Nr. 11) dar. Sie sollten wegen ihrer besseren Bioverfügbarkeit in der Potenz D 12 gegeben werden.
Die Dosierung ist individuell und hängt von der Ausprägung des Krankheitsbildes ab. Hunde erhalten in der Regel drei- bis sechsmal täglich zwei Tabletten. Bei einem akuten Krankheitsverlauf muss die Behandlung unter Umständen in viertel- oder halbstündigen Rhythmen verlaufen, was natürlich eine hohe Einsatzbereitschaft seitens des Besitzers erfordert. Verweigert das Tier die Aufnahme der Tablette, kann sie zerkleinert oder in Wasser aufgelöst werden. (Bitte den o. a. Hinweis in Bezug auf Metall beachten!)
Schüssler hat stets betont, dass im Rahmen einer Kur im Idealfall ein Salz, aber sicherlich nicht mehr als zwei verschiedene Salze miteinander kombiniert werden sollten. Werden zwei Salze verordnet, sind sie dem vierbeinigen Patienten im täglichen Wechsel zu geben. Die biochemischen Salze Nr. 1 - 11 können mit entsprechenden Salben kombiniert werden. Die äußerliche und innerliche Anwendung wird für überaus sinnvoll gehalten.
Weiterführende Literatur:
Dr. med. vet.
Wolfgang Becvar (1994): Naturheilkunde für Hunde,, KOSMOS, Stuttgart
(ISBN: 3-440-06596-0)
Dr. Andrew Lockie (2000): Das große Lexikon der Homöopathie, Dorling
Kindersley, Stuttgart/München (ISBN: 3-831-00005-0)
Günther H. Heepen (1999): Schüssler-Salze, 12 Mineralstoffe für Ihre
Gesundheit, GU (ISBN: 3-7742-3736-0) (nicht spez. für Tiere)
Quellen:
Das deutsche
Hundemagazin 7/2002 (Text: G. Metz)
GU-Ratgeber Naturmedizin heute, Schüssler-Salze (Autor: G. Heepen)
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S. Bodemann