Nachfolgend drei unterschiedliche Artikel zu dieser Krankheit:
Panostitis – eine schmerzhafte, generalisierte Skeletterkrankung bei jungen
Hunden.
Die generalisierte und sehr schmerzhafte Knochenentzündung «Panostitis» ist
eine Junghundeerkrankung, deren Ursache, Entstehung und Entwicklung auch heute
noch weitestgehend unbekannt ist. Von der Krankheit betroffen sind vor allem großwüchsige
und temperamentvolle mittelgroße bis große Rassen... Die Krankheit beginnt häufig
im Alter von 5-6 Monaten und wurde häufiger bei Rüden beobachtet. Das
klinische Krankheitsbild äußert sich in oft schubweise auftretenden Lahmheiten
unterschiedlichsten Grades, die mitunter von einem Gliedmaß auf die andere
wechseln können. In der Vorgeschichte kann klassischerweise kein Trauma als
Lahmheitsursache ermittelt werden. Charakteristisch ist auch die
Druckschmerzhaftigkeit, vor allem im Bereich der langen Röhrenknochen (Oberarm-
und Oberschenkelknochen, Elle, Speiche und Schienbein). Begleitend können häufig
Fieber, Bewegungsunlust, Appetitlosigkeit bis hin zur Futterverweigerung
beobachtet werden. Die Diagnose wird durch Tastuntersuchung gestellt.
Besonders der übermäßige Eiweißgehalt von verschiedenen Fertigfuttern
scheint bezüglich der Panostitis, neben allerdings noch anderen Faktoren, eine
vordergründige Rolle zu spielen.
In der Schweiz wird die Erkrankung mit dem
Wirkstoff Benzopyron ist als Cumartrin im Handel, behandelt (Firma Diavet.
CH-8806 Bäch. )
In Deutschland ist noch eine Behandlung mit entzündungshemmenden und
schmerzstillenden Medikamenten üblich.
D I
S S E R T A T I O
N
| |
VERLAUFSUNTERSUCHUNG ZUR PANOSTITIS
EOSINOPHILICA | |
|
| |
Vorgeschichte | |
|
In der
Tierklinik - Bruck/Lth konnten wir feststellen, daß Junghunde, die an Panostitis
eosinophilica erkrankt | |
|
|
![]() Röntgenbild: rechter Oberarm - Ellbogen - Leonberger, 5 Monate hochgradige Panostitis mit wolkigen Verschattungen |
![]() Rechte Mandel - Deutscher Schäfer, 7 Monate hochgradige Mandelentzündung - Rötung, Schwellung, Wucherungen | |
Dissertation - Kurzübersicht
| |
|
Untersucht
wurde der Heilungsverlauf bei Hunden, denen im Rahmen der Behandlung einer
Panostitis die | |
![]() | |
| Panostitis
eosinophilica | |
|
. . . ist eine
entzündliche Erkrankung langer Röhrenknochen, die im Wachstumsalter bei
großwüchsigen | |
![]() Röntgenbild: linke Vordergliedmaße Weißer Schäfer - männlich - 10 Monate Panostitis im Ober- und Unterarm |
![]() Röntgenbild: linke Vordergliedmaße Deutscher Schäfer - weiblich - 7,5 Monate hochgradige Panostitis im Oberarm |
|
Die typischen
Symptome sind Lahmheiten unterschiedlichen Grades, Druckschmerzhaftigkeit
der Knochen | |
![]() Erste Röntgenaufnahme einer Panostitis eosinophilica - 3. August 1931 Dt.Schäfer - männlich - 7 Monate Institut für Röntgenologie - Tierärztliche Hochschule - Wien ![]() Eintrag der Aufnahme im Protokollbuch des Röntgeninstitutes | |
© V. Hach, S. Schleich, E. Schimke, M. Kramer, M.
Gerwing
(Chir. Vet. Klinik, Universität Giessen)
Die Panostitis ist eine Erkrankung der langen Röhrenknochen bei jungen großwüchsigen Hunden. Die Ätiologie wurde noch nicht vollständig geklärt. Da der Deutsche Schäferhund am häufigsten betroffen ist, gilt eine genetische Disposition als gesichert. Dämmrich (1979) vermutet ein chronisches Stauungsödem im Markraum des Knochens während der Wachstumsphase infolge Diaphysenkrümmung und venöser Abflußstörung. Schawalder und Mitarbeiter (1994) sehen die Krankheitsursache in einer Durchblutungsstörung des Knochenmarks; vermehrte Eiweißfütterung kommt es im Knochenkompartiment zur Ablagerung von osmotisch aktivem Eiweiß und die Folge ist ein Ödem, das zur Erhöhung des intraossären Drucks und zur Kompression der Blutgefaße im Markraum führt. An weiteren Ursachen werden Stoffwechselstörungen, Allergien, Parasitosen, Autoimmunreaktionen nach Virusunfektionen sowie Hyperöstrogenismus diskutiert. Männliche Tiere sind offenbar häufiger betroften als Hündinnen.
Die Panostitis betrifft vor allem das Fettmark. Während der cyclischen Krankheitsperioden kommt es zur Degeneration der medullären Fettzellen, die mit Veränderungen des marknahen Trabekelknochens einhergeht. Histologisch ist eine vermehrte osteo- und fibroblastische Aktivität im Periost, im Endost sowie im Markraum zu erkennen. Die periostalen Ossifikationsprozesse sind eine Folge der Umstrukturierung und der Regeneration des Markraumes.
Die klinische Symptomatik beginnt mit der akuten Lahmheit einer Gliedmaße, deren Ausmaß von gering- bis höchstgradig variiert. Es können auch mehrere Gliedmaßen gleichzeitig betroffen sein. Das Durchschnittsalter der betroffenen Tiere liegt zwischen 5 und 12 Monaten, kann sich bei Hunden aber auch bis zum zweiten und ausnahmsweise bis zum fünften Lebensjahr erstrecken. Es werden Entzündungszeichen wie Fieber, Anorexie und in ausgeprägten Fällen auch Apathie beobachtet. Bei länger andauernder Krankheit entsteht eine Muskelatrophie an der betroffenen Gliedmasse. Das akute Stdium kan in eine chronische Verlaufsform mit schubweisen Lahmheitsepisoden in mehrwöchigem Abständen übergehen.
Diagnose: Die Tiere zeigen bei der Druckpalpation der betroffenen Röhrenknochen starke Schmerzreaktionen.
Differentialdiagnose: Es kommen alle Jungtierkrankheiten mit Lahmheiten in Betracht wie Osteochondrosis dissecans, fragmentierter Processus coroncideus medialis, isolierter Processus anconaeus, Hüftgelenksdysplasie, Kreuzbandruptur, Meniskopathie sowie Luxationen und Frakturen in Betracht.
Therapie: Zur symptomatischen Schmerzbekämpfung werden nichtsteroidale Antiphlogistika und in Einzelfällen auch Glukokortikoide eingesetzt. Die Krankheit heilt meistens bis zum 2. Lebensjahr aus. Inwieweit die Reduktion übermässiger Proteinfütterung zu einer Beschleunigung der Heilphase führt ist ungeklärt.